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Ab Samstag (26.10.) darf der Uluru – auch bekannt als Ayers Rock – nicht mehr bestiegen werden. Damit wird der Wunsch der Aborigines erfüllt. Für sie ist es ein heiliger Berg. Doch das Verbot sorgt für einen riesigen Andrang.

Er ist eines der Wahrzeichen von Australien: der Uluru. Der riesige Monolith mitten im Outback ist ein faszinierender Anblick. Doch vielen Touristen reicht das Anschauen nicht. Sie wollen auf den Berg klettern.

Das ist ein Problem. Denn: Der Uluru ist für die Aborigines ein heiliger Berg. Deshalb wurde nach jahrelangen Diskussionen beschlossen, dass ab dem 26. Oktober auf dem roten Felsen endlich Ruhe herrschen soll. Der Klettersteig wird geschlossen, Touristen dürfen den Berg dann aus Respekt nicht mehr betreten.

Touristen klettern auf den Uluru – das wird jetzt verboten (Foto: picture alliance/Lukas Coch/AAP/dpa)
Der Klettersteig am Uluru wird geschlossen – ein Verbot aus Respekt vor den australischen Ureinwohnern. picture alliance/Lukas Coch/AAP/dpa

Riesiger Andrang am Uluru sorgt für Ärger

Doch das sich nähernde Verbot sorgt jetzt noch einmal für einen riesigen Andrang an dem Berg, der früher auch Ayers Rock genannt wurde. Lange Schlangen ziehen sich an den Ketten die extreme Steigung auf den Berg nach oben.  

Beim Aborigine-Stamm der Anangu, auf dessen Land sich der Uluru befindet, ruft das Verständnislosigkeit und Verärgerung hervor. „Eine Masse an Menschen ohne Moral und Ethos“, schrieb die Aborigine Laura McBride bei Twitter zu einem Foto, auf dem zu sehen ist, welcher Andrang am Uluru herrscht. Außerdem schreibt sie: „Einer kletterte sogar mit einem Kleinkind hoch, um der nächsten Generation beizubringen, wie man ignorant ist.“

A mass of morally and ethically bankrupt people. One even hiking a toddler up, teaching the next generation how to be ignorant. https://t.co/L2oOVYxxhM

Auch Madelina Hayman-Reber hat sich auf Twitter zu dem Touristen-Ansturm geäußert. Sie bezeichnete das als beschämend und schrieb: „Stellt euch vor, dass jemand auf den Uluru klettert, bevor er schließt, nur damit er damit angeben kann, dass er die älteste noch lebende Kultur der Welt geringschätzig behandelt.“

Viele Verletzte und Tote am Uluru

Für die Ureinwohner hat der Felsen eine große spirituelle und kulturelle Bedeutung. Die australischen Behörden betonen, dass das Kletterverbot auch zum Schutz der Umwelt und zur Sicherheit der Bewohner beschlossen wurde. Bei dem Aufstieg auf den Felsen kamen mehrere Menschen ums Leben – zuletzt verletzte sich ein Zwölfjähriger, als er in der vergangenen Woche mehrere Meter in die Tiefe stürzte.

Nach Angaben des Nationalparks besuchten in den zwölf Monaten bis Juni 2019 mehr als 395.000 Menschen den Uluru. Rund 13 Prozent der Besucher absolvierten auch die Klettertour auf den Monolith. Der Rest bestaunte das Wahrzeichen vom Boden aus – das bleibt auch für alle Touristen weiterhin erlaubt.

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