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Patrick Schütz (Foto: SWR3)

In vielen Regionen in SWR3Land sind Schnee und Glätte aktuell eine große Gefahr. Hier erfährst du, wie du auf glatter Fahrbahn richtig reagierst und möglichst sicher unterwegs bist.

Wie wir reagieren sollen, wenn die Fahrbahn glatt ist, darüber gibt es viele Mythen. Die reichen von „Vollgas geben“ bis hin zu „bloß nicht lenken!“.

Eines vorweg: Beides ist Quatsch! Martin Sasse ist Fahrsicherheitstrainer beim ADAC und weiß, wie wir uns am besten auf Glatteis im Winter vorbereiten und was zu tun ist, wenn wir dann doch mal die Kontrolle über unser Auto verlieren.

Perfekt vorbereitet durch Herbst und Winter

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Mehr Zeit einplanen: Ein ganz wichtiger Faktor ist Zeit, sagt Martin Sasse. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir im Herbst und Winter genauso schnell unterwegs sein können wie im Sommer. Wir sollten also definitiv mehr Zeit einplanen. Dann sind wir auch auf den Straßen entspannter, wenn es aufgrund der Witterungsverhältnisse etwas länger dauert.

Dem Wetter anpassen: Wer mehr Zeit eingeplant hat, der kann sich nämlich die Freiheit einräumen, seine Geschwindigkeit den Witterungsverhältnissen anzupassen, sprich: etwas langsamer zu fahren. Das ist nicht nur bei einer glatten Fahrbahn wichtig, sondern auch bei schlechten Sichtverhältnissen.

Wie reagiere ich, wenn mein Auto ausbricht?

Wenn ich merke, dass ich die Kontrolle über mein Fahrzeug verliere, muss ich auf jeden Fall meine Geschwindigkeit verringern. Außerdem müssen meine Vorderräder immer in die Richtung zeigen, in die ich fahren möchte, sagt Martin Sasse. Das bedeutet, dass ich sehr viel am Lenkrad arbeiten muss, wenn mein Fahrzeug ausbricht. Wenn die Richtung des Hecks sich ändert, muss ich auch meine Gegenlenkbewegung anpassen. Wir lenken immer in die Richtung, in die das Heck ausbricht.

Viele Verkehrsteilnehmer lenken zu wenig oder zu langsam gegen das schleudernde Fahrzeug. Hier werden oft wirklich schnelle und starke Bewegungen benötigt. Außerdem ist die Vollbremsung bei vielen Verkehrsteilnehmern einfach nicht stark genug. Das liegt häufig am mangelnden Training.

Das sogenannte „Stotterbremsen“, das viele früher in der Fahrschule gelernt haben, ist heute aufgrund von modernen ABS- und ESP-Systemen nicht mehr sinnvoll, da wir als Menschen gar nicht so gut reagieren können wie das Auto, sagt Martin Sasse. Er rät bei Autos mit modernen Bremssystemen in einer Gefahrensituation auf glatter Strecke immer zu einer Vollbremsung.

Das sind die drei größten Fehler auf glatter Fahrbahn

Was ich auf gar keinen Fall machen darf, was aber als Gerücht unterwegs ist: Wenn mein Auto schleudert, Vollgas geben und es dadurch abfangen. Das geht auf jeden Fall in die Hose.

Martin Sasse, Fahrsicherheitstrainer beim ADAC

Darüber hinaus ist die Annahme, dass ich mit etwas geringerer Geschwindigkeit auch mit meinen Sommerreifen gut durch den Winter komme ein großer Irrglaube. Auch Straßenschilder werden häufig falsch interpretiert. Bei Geschwindigkeitsbegrenzungen handelt es sich um die Maximalgeschwindigkeit bei optimalen Bedingungen und nicht um die Mindestgeschwindigkeit.

Das bedeutet: Optimale Straßenverhältnisse und optimale Sichtverhältnisse. Sobald einer dieser Faktoren nicht gegeben ist, sollte ich meine Geschwindigkeit verringern.

Es ist nass und glatt draußen, da ist Abstand halten besonders wichtig – passt auf euch auf, wenn ihr Auto fahrt! ❄️Posted by SWR3 on Sunday, January 27, 2019

Ab wann ist die Straße „nass“?

Glätte und Aquaplaning ist häufig auch die Folge von nassen Fahrbahnen. Daher stehen an vielen Straßen (vor allem Autobahnen) folgende Schilder: 120 km/h bzw. 80 km/h bei Nässe. Aber was genau bedeutet nass?

Also grundsätzlich ist meine Fahrbahn nass, wenn mein Vordermann eine Spur hinterlässt und diese Spur wieder beginnt zuzufließen. Dann haben wir soviel Wasser auf der Fahrbahn, dass man wirklich von Nässe spricht. Dann gilt auch dieses Verkehrszeichen.

Martin Sasse, Fahrsicherheitstrainer beim ADAC

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